Eine junge Frau auf der Suche nach der großen Liebe ihres Lebens

 

 

Suzanne Godards Leidenschaft gehört der Fotografie. Mit der Erfindung des tragbaren Fotoapparats eröffnet sich ihr eine aufregende neue Welt, die sie aus der Enge ihres kleinen französischen Heimatdorfs hinausführt. Bei Aufnahmen am Meer lernt sie den Journalisten Robert kennen und lieben. Beide scheinen füreinander bestimmt. Doch dann erhält Robert den Auftrag, von der Jungfernfahrt der »Titanic« zu berichten …​

 

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Exklusiv hier die Story hinter dem Buch, die zeigt wie meine Bücher entstehen:

 

Mein Roman "Auf der Suche nach dir" …  beginnt mit der Idee für eine Hauptfigur, die von der Liebe ihres Lebens durch einen Schicksalsschlag getrennt wird und sich ein neues Leben aufbauen muss. Der Schauplatz war ebenfalls festgelegt: Frankreich, ein Land, das mir durch viele Reisen und Studienaufenthalte vertraut ist. Das Unglück, das die Liebenden trennt, war bald danach mit dem Untergang der "Titanic" gefunden. Damit war auch die Zeit festgelegt, in der der Roman spielt.

Fayence, den Ort, in dem Suzanne Godard aufwächst, habe ich im Sommer 2011 entdeckt. Als ich den hoch auf einem Hügel thronenden kleinen Ort mit den gewundenen Gassen im Hinterland der Côte d'Azur gefunden hatte, hatte ich meinen Schauplatz. Jetzt ging es darum, möglichst viel darüber zu erfahren, wie die Menschen, besonders eine Frau wie Suzanne, vor hundert Jahren in Fayence gelebt haben. Was hat sie berührt, wovor hatten sie Angst? Welche technischen oder medizinischen Errungenschaften gab es, wie war die politische Situation? Wofür gab man sein Geld aus, wie wurde geheiratet und gestorben? Manchmal sind diese Fragen auch ganz konkret: Hieß diese Straße damals auch schon so? Fuhr vor hundert Jahren ein Bus von Dorf zu Dorf?

Vieles erledige ich zu Hause vom Schreibtisch aus oder in Bibliotheken. Das Internet bietet alte Fotos und Postkarten, zeitgenössische Zeitungen und vieles mehr. Aber um ein Buch mit Leben zu füllen, muss ich in eine Region, einen Ort, ein Haus mit seinen Geräuschen, Gerüchen und kleinen Begebenheiten eintauchen.

Manchmal treibt der Zufall eine Geschichte voran. Suzanne sollte einen Beruf haben, der für ihre Zeit und für eine Frau ungewöhnlich war. Bei der Recherche bin ich auf ein Buch über Fotografinnen Anfang des vorletzten Jahrhunderts gestoßen. Weil es damals noch keine männlichen Vorbilder gab, konnten sich Fotografinnen in ihrem Beruf relativ frei ausprobieren. Als ich das las, war mir gleich klar, dass auch Suzanne Fotografin sein musste. In einem Nachbarort von Fayence bin ich zufällig an einen sehr mitteilsamen Antiquitätenhändler geraten, der alte Fotoapparate in seinem Laden hortete und auch noch Geschichten über die ehemaligen Besitzer zu erzählten wusste. Wenn einer Autorin so etwas passiert, dann beginnt sie an einen Gott der literarischen Eingebung zu glauben.

Die Fotografie führt Suzanne aus ihrem kleinen Ort heraus, zuerst nach Fréjus an der Küste, wo sie ihre große Liebe Robert kennen lernt. Ich habe dort im Mittelmeer gebadet und mir dabei genau vorgestellt, wie es für Suzanne gewesen sein muss, die zum ersten Mal in ihrem Leben schwimmt. In Fréjus habe ich einen tausend Jahre alten Olivenbaum entdeckt, der mich für die Szene inspiriert hat, in der Suzanne und Robert sich ineinander verlieben.

Nachdem Robert auf der "Titanic" verschollen ist, geht Suzanne nach Paris. Im November letzten Jahres bin ich auf Suzannes Spuren endlich mal wieder in der Stadt meiner Träume gewesen. Ich war in Museen und Ausstellungen, bin kilometerweit durch die Straßen gelaufen oder mit einem Mietrad gefahren, habe historische Gemälde, Kostüme und Filme gesehen. Ich habe noch einmal die alten Passagen gesucht und sogar eine klassische Fahrt mit einem Bateau Mouche auf der Seine gemacht, um die Fotos der Seine-Brücken zu beschreiben, die Suzanne im Buch macht.

Von diesem Parisaufenthalt habe ich übrigens ein ganz besonderes "Souvenir". Am letzten Morgen war ich auf dem Weg von der Metrostation hinauf zur Sacre Coeur, um eine Vorstellung von dem Viertel zu bekommen, in dem Suzanne sich häufig bewegt. Ich muss in Gedanken ganz in meiner Geschichte gewesen sein, in jedem Fall bin ich umgeknickt und mitten auf der Straße gefallen. Eine Sehne war verletzt, und der Knöchel war ein Jahr später immer noch dick … Romanschreiben kann eine gefährliche Sache sein.

Trotz solcher Missgeschicke finde ich die Recherchen für ein Buch immer ganz wunderbar, weil sie mich an die Orte bringen, die ich liebe. Ich bin dann immer hellwach, rede mit den Leuten, registriere Details, und einmal habe ich sogar ein Essen kalt werden lassen, weil die Wirtin plötzlich verschwand und mit alten Fotos wieder an meinem Tisch stand, um mir die Geschichte ihres Restaurants zu erzählen.

Wenn ich wieder zu Hause bin, breite ich alles, was ich mitgebracht habe, in meinem Zimmer aus, und erinnere mich, während ich schreibe. Ich sitze ich dann in meinen Reiseerinnerungen, inmitten von Büchern, Artikeln, Fotos, Steinen, antiken Fotoapparaten(!), Satzschnipseln … und versuche mir eine Umgebung, ein Gespräch, ein Gefühl möglichst genau vorzustellen und wiederzugeben.