Ein Refugium ist da, wo das Herz und die Seele wohnen. Ein Refugium ist ein Sehnsuchtsort. Ein Ort, an dem eine Frau Zuflucht, Sicherheit und Privatsphäre findet. Wo sie geschützt ist vor den Listen und Lasten des Alltags, vor persönlichen, beruflichen und finanziellen Sorgen. Wo sie neue Kraft schöpft. Virginia Woolf nannte das in ihrem berühmten Essay: »Ein Zimmer für sich allein«.

Ein Rückzugsort muss aber nicht unbedingt ein Zimmer oder ein abgeschlossener Raum sein. Ob drinnen (Lieblingssessel, Bett, Badewanne, der Platz vor dem Spiegel oder einem Bild, Balkon oder Wintergarten) oder draußen (Hängematte, Laube, Düne, ausgestreckt im Gras, ein Zelt oder auch das Sternenzelt) - Hauptsache: allein und ungestört. Es gibt sogar imaginierte Refugien: ein Buch, in das man eintaucht, ein Musikstück, ein Foto, eine Kiste mit Erinnerungsstücken auf dem Dachboden oder ein Duft, der Erinnerung an unbeschwerte Momente heraufbeschwört und zurückgibt.

»Im Refugium fühlen wir uns wohl, genießen wir den Moment. Wir träumen, planen, sind kreativ. Wir reagieren uns ab und entspannen uns. Wir werden ruhig und gelassen, fassen Entschlüsse und tanken Kraft. In jedem Fall sind wir nicht ansprechbar, nicht zuständig - fern der Welt« (Tania Schlie).

 

»Privatsphäre - ein Ort, an den man sich zurückziehen kann - ist genauso notwendig wie der Austausch mit anderen, um mit sich selbst im Gleichgewicht zu bleiben und die eigene Individualität zu entdecken.« DÖRTHE BINKERT